Skip to content

LAUNCH

Booklaunch & Thementag

UPDATE: Es war ein toller Buchlaunch! Die Veranstaltung gestern im .hbc war gut besucht und ein voller Erfolg! Schön, dass soviele von Euch gekommen sind. Neben den spannenden inhaltlichen Diskussionen und großartigen künstlerischen Darbietungen war es auch schön Leute wiederzusehen und kennenzulernen. Leute, vernetzt und meldet Euch. Wir haben wieder neue Projektideen ^_^

Thementag anlässlich des Book Launch von „Asiatische Deutsche. Vietnamesische Diaspora and Beyond“

Metro: Facetten der asiatisch-deutschen Diaspora in Berlin

am Donnerstag, 21. Juni 2012
im .HBC (Berlin-Mitte)
Karl-Liebknecht-Str. 9
10178 Berlin

Beginn: 14:00 Uhr
Ende: 23:30 Uhr

Kuratiert von Kien Nghi Ha und Julia Roth

Eine Veranstaltung der Bundeszentrale für Politische Bildung
mit Unterstützung des korientation e.V.

bpb-logo1-300x125korientation-logo

ZUM THEMA

Anlässlich der Erscheinung des Buches Asiatische Deutsche. Vietnamesische Diaspora and Beyond, herausgegeben von Kien Nghi Ha (Verlag Assoziation A, Juni 2012),* laden wir herzlich zum Thementag Facetten der asiatisch-deutschen Diaspora in Berlin ein. Gleichzeitig eröffnet die Bundeszentrale für politische Bildung damit ihre neue Veranstaltungsreihe Metro.

Die vietnamesische Community in Berlin wird hier als Beispiel für die vielfältige Formierung der asiatisch-deutschen Diaspora mit ihren unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Geschichten verstanden. Vor dem Hintergrund der allmählichen Anerkennung von British Asians als gesellschaftlich relevante Kategorie in Großbritannien stellt sich die Frage nach den Bedingungen für die Inklusion der Eingewanderten als Mitglieder der deutschen Gesellschaft neu. Die Probleme und Herausforderungen des vietnamesischen Bildungserfolgs im deutschen Schulsystem, die Frage der kulturellen Repräsentation migrantischer Orte sind ebenso wie das Nachdenken über das Modell »Diaspora« mit ihren transnationalen Räumen und Verbindungen wichtige Themenfelder, um unsere Vorstellung von Migration, Identität und Nation in Einwanderungsländern zu erweitern.

* Buchwebsite mit Zusatzinfos und Videos: http://www.korientation.de/vdab

***

PROGRAMM
Download Programm als PDF: Asiatisch-Deutsche_Diaspora-Programm
Download des Handouts als PDF: Abstracts und Biografien

14:00 Eröffnung:
Thomas Krüger (Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung)
Julia Roth und Kien Nghi Ha (Kurator/in)

***

14:30 Einführungsvortrag:

Spectres of Diaspora: Haunting Europe
Prof. Dr. Virinder Kalra (Soziologe, University of Manchester, UK)

***

16:15 Diskussion:

Realität und Fiktion des Bildungserfolgs deutsch-vietnamesischer Schüler/innen
Prof. Dr. Karin Weiss (Leiterin der Abteilung Integration und Migration des Landes Rheinland-Pfalz)
Mai-Phuong Kollath (Trainerin für interkulturelles Lernen, Berlin)
Heike Marquardt (Integrations-beauftragte von Berlin-Lichtenberg)
Prof. Dr. Frank-Olaf Radtke (Erziehungs-wissenschaftler, Goethe Universität Frankfurt a. M.)
Moderation: Dr. Kien Nghi Ha

***

18:00 Film: Sunday Menu
Regie: Liesl Nguyen (Alisa Anh Kotmair), BRD 2011

Im Anschluß Publikumsgespräch mit der Regisseurin und Angelika Nguyen (Filmkritikerin, Berlin)

***

19:00 Abendessen:
kreiert vom Chefkoch Hugo de Carvalho

***

19:30 Diskussion: Modell »Diaspora«
Prof. Dr. Regina Römhild (Europäische Ethnologie, Humboldt Universität Berlin)
Prof. Dr. Sérgio Costa (Lateinamerika-Institut, Freie Universität Berlin)
Prof. Dr. You Jae Lee (Koreanistik, Universität Tübingen)
Dr. Kien Nghi Ha (Institut für postkoloniale und transkulturelle Studien, Universität Bremen)
Moderation: Mekonnen Mesghena (Heinrich-Böll-Stiftung)

***

Empfang und Kulturprogramm:

21:30 Oxana Chi: Tanz auf der Stelle – Eine Hommage an Tatjana Barbakoff

22:00 Midori Hirano *Musikerin, Sound artist: Electronic ChillOut Set

***

Gesamtmoderation
Dr. Julia Roth (Freie Universität Berlin)

***

Ganztägig begleitend im Foyer des .HBC
Foto-Ausstellung: Gedenkbilder von Alisa Anh Kotmair
Kurzvideos: Vietnamesische Diaspora and Beyond, Hebbel am Ufer-Theater (2010)
Buchrabatt: Asiatische Deutsche
Kulinarisches: Getränke und Häppchen

***

ANMELDUNG

Freier Eintritt.

Eine Anmeldung unter Angabe des Namens und der Anschrift ist aus organisatorischen Gründen erwünscht. Ihren Teilnahmewunsch melden Sie bitte an unter:

Telefon: 030-254504-415 oder
Fax: 030-254504-422 oder
E-Mail: andrea.roegner-francke@bpb.de

oder auf der Webseite des BPB

http://www.bpb.de/veranstaltungen/format/seminar-workshop/137054/asiatische-diaspora-in-berlin

***

ABSTRACTS UND KURZBIOGRAFIEN

14:00 | Eröffnung

Thomas Krüger, geboren 1959, absolvierte zunächst in den Jahren 1976 bis 1979 eine Ausbildung zum Facharbeiter für Plast- und Elastverarbeitung und nahm dann ein Studium der Theologie auf, anschließend war er Vikar. Seine politische Karriere begann er 1989 als eines der Gründungsmitglieder der Sozialdemokraten in der DDR (SDP) und blieb bis 1990 deren Geschäftsführer in Berlin (Ost) und Mitglied der Volkskammer in der DDR. Als Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters in Ost-Berlin war er 1990 bis 1991 tätig sowie als Stadtrat für Inneres beim Magistrat Berlin und in der Gemeinsamen Landesregierung. Als Mitglied des Deutschen Bundestages war er in den Jahren 1994 bis 1998 aktiv, bevor er eine zweijährige Erziehungspause nahm. Seit Juli 2000 ist er Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.

Julia Roth promovierte mit einer Arbeit zu okzidentalen Konstruktionen südamerikanischer Weiblichkeitsbilder und arbeitet derzeit als Post-Doctoral Researcher im internationalen Forschungs-netzwerk desiguALdades.net – Interdependente Ungleichheiten in Lateinamerika der Freien Universität Berlin. Sie ist Redakteurin der Zeitschrift polar und organisiert kulturpolitische Veranstaltungen, zuletzt Rethinking Humboldt im .HBC Berlin für die bpb, das Symposium Lateinamerikas koloniales Gedächtnis: Vom Ende der Ressourcen, so wie wir sie kennen im HAU 3 sowie das Theaterfestival-Symposium Grenzgängerinnen im Haus der Kulturen der Welt (Berlin). Julia Roth konzipierte für die bpb die Reihe Metro. Aktuelle Veröffentlichungen: mit Carsten Junker Weiß sehen. Dekoloniale Blickwechsel mit Zora Neale Hurston und Toni Morrison (Ulrike Helmer Verlag 2010) und Mitautorin von Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache, hg. von Susan Arndt und Nadja Ofuatey-Alazard (Unrast 2011).

Kien Nghi Ha, promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler, ist Fellow des Instituts für post-koloniale und transkulturelle Studien der Universität Bremen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Heidelberg und Tübingen zu postkolonialer Kritik, Migration und Asian Diasporic Studies geforscht und gelehrt. Bei den Asien-Pazifik-Wochen 2011 arbeitete er als Kurator im Haus der Kulturen der Welt (Berlin). Zahlreiche Preise und Stipendien u.a. der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Heinrich Böll Stiftung, der Carl-Duisberg-Gesellschaft und der FAZIT-Stiftung. Seine Monografie Unrein und vermischt. Post-koloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen „Rassen-bastarde“ (transcript 2010) wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2011 ausgezeichnet. Weitere Bücher: Ethnizität und Migration Reloaded (Westfälisches Dampfboot 1999/WVB 2004); Vietnam Revisited (WVB 2005) und re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (Unrast 2007, Co-Hg.).

14:30 | Einführungsvortrag: Phantome der Diaspora spuken durch Europa
Populäre Repräsentationen des Hybriden, die migrantische Kulturen auf formeller und informeller Ebene feiern, haben inzwischen in Europa einen gewissen Platz eingenommen. In einigen Fällen werden diese als Zeichen kosmopolitischer Aufklärung verkauft (z. B. die Selbstdarstellung des British Councils), in anderen Fällen werden sie widerwillig als demographische Realität akzeptiert (wie in Deutschland). Meistens gelten sie als vernachlässigter Teil urbaner Debatten und Diskurse (in Frankreich) und in manchen Fällen dienen sie dazu, ein fragiles Selbst gegen ein anderes zu definieren (wie in Holland). In jedem dieser Fälle ergänzt das Konzept der Hybridität aktuelle Tendenzen in Europa, die sich von einem xenophoben Nationalismus abwenden, der zu so vielen Kriegen geführt hat. Auf diese Weise unterstützt das Konzept von Hybridität eine kosmopolitische Perspektive, welche die Hoffnung auf einen post-nationalistischen oder globalen Humanismus weckt. Dennoch bleibt selbst unter den liberalen Eliten, die eine wissenschaftlich-materialistischen Perspektive vertreten und nicht an die Welt der Geister und des Spuks glauben, ein Unbehagen bestehen gegenüber einer hybriden transnationalen Figur, die zwar alle strukturellen Eigenschaften des akzeptablen Gesichts einer „model minority“ aufweist, die aber nur als Phantom existiert. Diese Figur ruft Missbehagen hervor, sei es weil diasporische Gemeinschaften lediglich toleriert und nicht akzeptiert werden oder weil der liberale Diskurs Grenzen hat, die im Angesicht von Geistern herausgefordert werden.

Virinder S. Kalra ist Professor für Soiologie an der University of Manchester. Aus seinen Forschungen zur südasiatischen Diaspora gingen zwei einflussreiche Sammelbände hervor, die er (mit-)herausgegeben hat: A Postcolonial People: South Asians in Britain (Hurst 2006) und Pakistani Diasporas: Culture, Conflict and Change (Oxford University Press 2008). Bereits in seiner ersten Monografie From Textile Mills to Taxi Ranks (Ashgate 2000) hat er Migrations- und Transformationsprozesse in einer südindischen Community in England untersucht. Außerdem ist er Co-Autor der Anthologie Diaspora and Hybridity (Sage 2005), die sich mit der theoretischen Verwertung dieser Konzepte auseinandersetzt. Gegenwärtig arbeitet Virinder Kalra an der Monografie Sacred and Secular Musics: A Postcolonial Approach und am Sammelband The State of Race.

16:15 | Diskussion: Realität und Fiktion des Bildungserfolgs vietnamesisch-deutscher Schüler/innen
Die Frage des Bildungserfolgs soll in der Diskussion mit den gegenwärtigen Problemen und zukünftigen Herausforderungen für eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Diversität in Deutschland verbunden werden, um dadurch eine kritische Perspektive auf den Einbürgerungsprozess der Vietnamesischen Deutschen zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach gesellschaftlich verhandelten Selbst- und Fremdbilder der Un/Zugehörigkeit, Un/Sichtbarkeit und Stereotypisierung, die sowohl über rassistische Diskriminierungen als auch über Potenziale transkultureller Lebenswelten Auskunft geben.

Karin Weiss, Dr. phil., Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie an der FU Berlin. PhD an der University of Tel Aviv. 1994-2006 Professorin für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Potsdam. 2007-2011 Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg. Seit 2012 Leiterin der Abteilung Migration und Integration im Ministerium für Integration, Frauen, Kinder, Jugend und Familie Rheinland-Pfalz. Arbeitsschwerpunkte: Migration und Integration in den neuen Bundesländern, Ehrenamt und Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund.

Mai-Phuong Kollath, geboren 1963 in Hanoi, lebte und arbeitete von 1981 bis 2011 in Rostock. Die Diplom-Pädagogin leitete 16 Jahre hauptamtlich die Migrationsberatungsstelle in Rostock und leistete aktive Vorstandsarbeit bei dem deutsch-vietnamesischen Verein Diên Hồng. Seit Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich in verschiedenen bundesweiten Fachgremien der Migrations- und Integrationspolitik. Sie arbeitet heute in Berlin als Coach und bietet Interkulturelles Training zum Thema Vietnam an. Als Vorsitzende des Vereins Vision of Intercultural Empathy Worldwide (VIEW) unterstützt sie mit ihren deutsch-vietnamesischen Mitstreiterinnen vor allem asiatische Migrantinnen dabei, wirtschaftlich und politisch erfolgreich zu sein.

Heike Marquardt, geboren 1953, ist seit 1991 Beauftragte für Migration und Integration des Bezirks Berlin-Lichtenberg. Sie studierte Anglistik und Slawistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und Rundfunkjournalismus an der Lomonossow-Universität Moskau und ist Diplom-Sprachmittlerin. Ausgewählte Veröffentlichungen zum Thema: Studie zur Situation vietnamesischer Gewerbetreibender im Weitlingkiez Lichtenberg (2009); Studie zum Stand der Integration vietnamesischer Schülerinnen und Schüler in Lichtenberg (2011).

Frank-Olaf Radtke, geboren 1945, war bis 2011 Professor für Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Er arbeitete als Mitglied im Stiftungsrat des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, im Rat für Migration und in der Enquetekommission Migration und Integration des Landtages Hessen mit. Er ist Herausgeber der Frankfurter Beiträge zur Erziehungs-wissenschaft und Mitherausgeber der Buch-Reihen: Grundriss der Pädagogik/ Erziehungswissen-schaft (Kohlhammer) sowie Migration und Kultur (Cooperative). Publikationen u.a.: Ethnizität, Wissenschaft und Minderheiten (Westdeutscher Verlag 1990; Co-Hg.); Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule (VS 2002, zusammen mit Mechtild Gomolla); Bilder von Fremden. Was unsere Kinder aus Schulbüchern über Migranten lernen sollen (Goethe Universität Frankfurt 2005, Co-Autor).

18:00 | Film: Sunday Menu (2011) und Gespräch mit der Filmemacherin
R: Liesl Nguyen (Alisa Anh Kotmair), D 2011, 25 min, Deutsch und Vietnamesisch mit englischen und vietnamesischen Untertiteln
Angesiedelt am tristen Stadtrand Berlins wirft der fiktive Kurzfilm Sunday Menu einen poetischen Blick auf die Gefühlswelt einer jungen Deutsch-Vietnamesin und ihre Auseinandersetzung mit den Konflikten zwischen Generationen und Kulturen durch die Rituale des Essens. Sunday Menu ist der erste Teil einer geplanten fiktionalen Kurzfilmtrilogie, die sich mit Vietnamesen in der europäischen Diaspora auseinandersetzt. Der Film wurde inspiriert von der Kurzgeschichte Sonntagsmenü der in Berlin lebenden vietnamesischen Schriftstellerin Pham Thi Hoai. 2011 feierte der Film seine Weltpremiere auf der Berlinale in der Sektion „Kulinarisches Kino“.

Alisa Anh Kotmair, die auch unter dem Künstlernamen Liesl Nguyen arbeitet, stammt aus Baltimore (USA) und zog nach ihrem Studium an der Brown University nach Berlin. Dort fand sie ihren Weg nach Vietnam: durch Kurse in europäischer Ethnologie und Vietnamesisch an der Humboldt-Universität, durch Zusammenarbeit mit Reistrommel e.V., durch den zeitgenössischen Tanz und die bildende Kunst, und nach einem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, durch Film. Sie arbeitet auch als freie Editorin, Übersetzerin und Publizistin.

Angelika Nguyen, geboren 1961 in Berlin, ist Diplom-Filmwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin. Ihre zahlreichen Filmkritiken, Essays und kulturtheoretischen Texte erschienen in Zeitungen, Magazinen und Filmzeitschriften, u.a. im telegraph, dem Freitag, ostblog.de und bei der Berliner Landeszentrale für politische Bildung. In dem jüngst erschienenen Buch Kaltland. Eine Sammlung, herausgegeben von Karsten Krampitz, Markus Liske und Manja Präkels (Rotbuch 2011) ist sie mit einem Text über ihre Kindheit vertreten. 1991 drehte sie den Dokumentarfilm Bruderland ist abgebrannt über vietnamesische Immigration in Berlin.

19:30 | Diskussion: Modell „Diaspora“
Wie können wir ein zeitgemäßes Verständnis von diasporischen Lebenswelten entwickeln, und was sind die Stärken oder auch Schwächen dieses Ansatzes zur Lokalisierung migrantischer – und in diesem Fall – besonders der deutsch-asiatischen Communities? Was ist das Prägende, Innovative und Herausfordernde an diesem Begriff, der ursprünglich die jüdische Erfahrung mit Exil und Vertreibung beschrieb? Lässt sich dieser Begriff für eine Welt, die zunehmend durch transnationale Verbindungen geprägt ist, neu konzeptionalisieren, und wie wirken sich diasporische Räume auf unser Verständnis von Nation und Identität aus?

Regina Römhild ist Professorin am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor lehrte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Von 2003 bis 2006 war sie wissenschaftliche Leiterin des transdisziplinären Forschungs- und Ausstellungsprojekts Transit Migration und Co-Kuratorin der Gemeinschaftsausstellung Projekt Migration. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre gehören: Europäisierung in postkolonialer, globaler Perspektive; Migration, Transnationalisierung und Kosmopolitisierung; Stadtanthropologie und Mittelmeeranthropologie. Ausgewählte Veröffentlichungen: Projekt Migration (DuMont 2005; Co-Hg); Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas (transcript 2007; Co-Hg).

Sérgio Costa, Diplom-Ökonom, promovierter und habilitierter Soziologe, ist Professor für Soziologie an der Freie Universität Berlin. Zuvor lehrte er als Professor für politische Soziologie an der Universidade Federal de Santa Catarina (Brasilien) und am Brasilianischen Zentrum für Analyse und Planung (São Paulo). Seine Forschungsschwerpunkte sind Demokratie und Differenz, Rassismus und Antirassismus, soziale Ungleichheiten und transnationale Politik sowie kritische und postkoloniale Sozialtheorien. Neuere Publikationen u.a.: Decolonizing European Sociology. Interdisciplinary Approaches (Co-Hg., Ashgate 2010); Brazil and the Americas: Convergences and Perspectives (Co-Hg., Vervuert 2008); Vom Nordatlantik zum „Black Atlantic“ (transcript 2007) und The Plurality of Modernity: Decentring Sociology (Co-Hg., Hampp 2006).

You Jae Lee ist Juniorprofessor für Koreanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und hat als Vorstandsmitglied das asiatisch-deutsche Kulturnetzwerk korientation mitgegründet. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Kolonialgeschichte, Postcolonial Studies, Migrationsgeschichte, Diasporaforschung und Asian-German Studies. Er hat u.a. den Ausstellungskatalog Shared.Divided.United. Deutschland-Korea: Migrationsbewegungen im Kalten Krieg (NGBK 2009) mitherausgegeben und arbeitet gegenwärtig an der Publikation des Sammelbands Koreanische Migrationsgeschichte in Deutschland.

Kien Nghi Ha ist promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler (siehe oben).

Mekonnen Mesghena leitet das Referat „Migration & Diversity“ in der Heinrich-Böll-Stiftung mit den Arbeitsgebieten Governance of Migration, Europäische Migrationspolitik, Integrationspolitik und Citizenship sowie Diversität und Interkulturalität. Er hat an der Universität Dortmund Journalistik und Geschichte studiert und beim Westdeutschen Rundfunk sowie bei verschiedenen Tageszeitungen gearbeitet. Seine Texte wurden in deutschen und internationale Magazinen, Medienanstalten und Websites veröffentlicht. Er engagierte sich mehrere Jahre als Sprecher des Dritte Welt Journalisten Netzes und hat 1993 Media Watch Germany mitgegründet. Im Jahr 2006 initiierte er die internationale Architektur-Ausstellung Asmara – Africa’s Secret Modernist City mit.

21:30 | Tanzperformance: Durch Gärten
Tanz und Choreographie: Oxana Chi; Cello und Kompositionen: Nikolaus Herdieckerhoff
In der Tanzperformance Durch Gärten wird das Leben der chinesisch-lettisch-jüdischen Tänzerin Tatjana Barbakoff, Berliner Muse vieler Künstlerinnen und Künstler der 1920er und 1930er Jahre, nachgezeichnet. In den Tanzszenen „Fest“ und „Kampf“ lässt die Tänzerin Oxana Chi mittels zeitgenössischer, transkultureller Bewegungskreationen und eindringlicher musikalischer Eigenkompositionen Tatjana Barbakoff, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde, wieder auferstehen.

Oxana Chi studierte an der Folgwangschule Essen und an der Akademie der Künste Solo (Indonesien) und hat in Deutschland, Frankreich, Indonesien, USA, Australien sowie Taiwan als Tänzerin und Choreografin gearbeitet. Neben zehn abendfüllenden Tanzproduktionen hat sie auch zahlreiche Filmreihen und Kunstsalons sowie das Festival TANZnews in der Werkstatt der Kulturen Berlin kuratiert. Außerdem hat sie Videoinstallationen wie Living Mosaic und Kunst- und Dokukurzfilme wie Club Hotel Australia gedreht.

22: 00 | Lounge: Electronic ChillOut Set
Midori Hirano ist Musikerin, Komponistin, Soundkünstlerin und Produzentin. Sie wurde in Kyoto (Japan) geboren und wohnt seit 2008 in Berlin. In ihren Arbeiten kombiniert sie oftmals klassische Instrumente mit subtilen elektronischen Arrangements und digitalen Samples zu neuen melodi-schen Klängen. Bisher hat sie beim japanischen Noble Records zwei Musikalben veröffentlicht: LushRush (2006) und klo:yuri (2008), die international von Musikkritikern sehr positiv aufgenommen wurden. Ihr letztes Album RundSkipper erschien 2011 unter ihrem Pseudonym „MimiCof“ im Label PROGRESSIVE FOrM.

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: