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Trinh T. Minh-ha Werkschau im Kino Arsenal

18/05/2012

Vom 02.06. bis 10.06.2012 wird das Kino Arsenal mit einer Werkschau der berühmten vietnamesisch-amerikanischen Filmemacherin, Theoretikerin, Autorin und Komponistin Trinh T. Minh-ha aufwarten. Sie ist in Vietnam geboren und aufgewachsen, kam 1970 zum Studium in die USA und lehrt heute als Professorin für Women’s Studies und Film an der Universität von Kalifornien in Berkeley.

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Wir freuen uns sehr, dass Trinh T. Minh-ha vom Samstag, 02.06. bis Montag, 04.06.2012 persönlich im Kino Arsenal zugegen sein wird, um Vorträge zu halten und Gespräche mit dem Publikum zu führen.

Ende 2010 war sie zuletzt in Berlin, um den Einführungsvortrag im Programm Vietnamesische Diaspora and Beyond im Hebbel am Ufer-Theater im Rahmen des Dong Xuan Festivals – Vietnamesen in Berlin zu halten. In dem im Juni 2012 erscheinenden Sammelband Asiatische Deutsche. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Verlag Assoziation A, 344 S., 18 Euro) ist Trinh T. Minh-ha mit ihrem Essay “Eine akustische Reise” vertreten, der mit viel Aufwand und sehr sorgfältig von Madeleine Bernstorff als Erstübersetzung ins Deutsche übertragen wurde (siehe auch Projektseite zur Publikation).

Anläßlich des von Kien Nghi Ha herausgegebenen Buches Asiatische Deutsche. Vietnamesische Diaspora and Beyond wird am Donnerstag, 21.06.2012 im .HBC (das frühere Haus Ungarn nahe Alexanderplatz, Karl-Liebknecht-Str. 9, 10178 Berlin-Mitte) der Thementag Metro: Facetten der asiatisch-deutschen Diaspora in Berlin ab 14:00 Uhr als Book Launch Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung mit Vorträgen, Diskussionen, Kulturprogramm und Empfang in Kooperation mit Korientation stattfinden. Bei dieser Gelegenheit wird es auch die Möglichkeit geben, das Buch Asiatische Deutsche zum ermäßigten Preis zu erwerben. Nähere Informationen zum umfangreichen Programm folgen in Kürze!

Wir empfehlen Euch sehr, die Gelegenheit zu nutzen und hoffen, dass sich viele Interessierte auf die berührenden und herausfordernden Filme von Trinh T. Minh-ha einlassen.

http://www.arsenal-berlin.de/kalender/filmreihe/calendar/2012/june/04/article/3451/2796.html

Im Folgenden Ankündigungstexte des Kino Arsenal:

Seit 1982 dreht sie Filme – in den USA, Westafrika, Vietnam, Japan und China –, die vielstimmige Reflexionen über Repräsentationen, Machtverhältnisse und hybride Identitäten sind und die wie ihre Texte in postkolonialen und feministischen Diskursen einen wichtigen Platz einnehmen. Ihre Filme widersetzen sich herkömmlichen Kategorisierungen und Grenzziehungen. An der Überschneidung von Dokumentarischem, Fiktivem und Experimentellem angesiedelt, arbeiten sie mit verschiedenen Erzählformen, untersuchen Funktion und Ideologie von Sprache, untergraben dominante Repräsentationsmuster und verwenden einen multiperspektivischen, nicht-hierarchischen Blick. Wir freuen uns, Trinh T. Minh-ha zwischen dem 2. und 4. Juni im Arsenal begrüßen zu dürfen und bieten die seltene Gelegenheit, alle ihre sieben bisher entstandenen Filme zu sehen.

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02.06.2012 um 20 h: SURNAME VIET GIVEN NAME NAM (1989), anschließend Diskussion mit Trinh T. Minh-ha, moderiert von Tabea Metzel

handelt von den vielfältigen Schichten von Mythen und Geschichte, von denen vietnamesische Frauen geprägt sind. Trinh lässt Frauen sprechen: Zentral im Film sind Interviews, die einer doppelten Verfremdung unterliegen. Aus einem ins Französische übersetzten Interviewband mit vietnamesischen Frauen wurden sie von Trinh mit vietnamesischen Emigrantinnen in den USA nachinszeniert. “So handelt der Film mindestens genauso vom Übersetzen, wie er von Vietnam handelt. Außerdem geht es wieder um das Erzählen: Der Unterschied zwischen sogenannten dokumentarischen und fiktiven Erzählformen bezüglich der beschriebenen Realität ist eine Frage von Fiktivitätsgraden.” (Madeleine Bernstorff)

03.06.2012 um 19 h: REASSEMBLAGE (1982), anschließend Diskussion mit Trinh T. Minh-ha, moderiert von Madeleine Bernstorff

“I do not intend to speak about. Just speak nearby”, heißt es im von Trinh selbst gesprochenen Kommentar zu Beginn ihres ersten 16mm-Films REASSAMBLAGE. Gedreht im Senegal, destilliert sie Töne und Bilder aus dem alltäglichen Leben von Dorfbewohnern und widersteht dem ethnologischen Bedürfnis, den “Anderen” mittels eindeutiger Zuschreibungen erklären zu wollen. Eine Kritik am ethnologischen Blick und der dokumentarischen Autorität, in der sie ihre Position als Filmemacherin ebenso hinterfragt wie sie die Unmöglichkeit einer neutralen und objektiven Sprecherperspektive konstatiert.

03.06.2012 um 21 h NIGHT PASSAGE (2004), Einführung Trinh T. Minh-ha

ist eine Hommage an Kenji Miyazawas klassischen Roman “Milky Way Railroad” und erzählt von drei jugendlichen Freunden, die zusammen in einem einsamen Nachtzug eine spirituelle Reise in das Zwischenreich von Leben und Tod machen. Die filmische Reise in eine Welt des Dazwischen übersetzt das Unbewusste in Bilder und schafft Zugänge zu anderen Welten – sinnliche Traumlandschaften, die von einer ebenso traumartigen Musik begleitet werden.

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04.06.2012 um 20 h: A TALE OF LOVE (1995), anschließend Diskussion mit Trinh T. Minh-ha, moderiert von Marc Siegel

Vor dem Hintergrund zeitgenössischen amerikanischen Lebens folgt der Film der Suche einer Frau, die verliebt ist in die Liebe. Die Inspiration entstand durch Das Märchen der Kieu, ein vietnamesisches Liebesgedicht aus dem 19. Jahrhundert, das vom Schicksal einer Märtyrerin erzählt und das zur Metapher und mythischen Beschreibung für das Schicksal Vietnams wurde. Strukturiert durch Voyeurismus, tritt die Handlung zugunsten der filmischen Reflexion zurück und verbindet sich die Vielschichtigkeit von Klängen, Farben und Worten zu einem dichten Raum.

05.06.2012 um 20 h: NAKED SPACES – LIVING IS ROUND (1985)

über Menschen und ihre Lebensräume in Dörfern in sechs westafrikanischen Ländern, ist einer “Poesie des Verweilens” (Nadja Rottner) verpflichtet, in der ein gesteigertes Bewusstsein für Klang, Musik und Umgebungsgeräusche der / dem Zuschauer/in ein sinnliches Sehen und Wahrnehmen der spezifischen Kultur ermöglicht. Trinh selber: “Der nicht-expressive, nicht-melodische, nicht-narrative Aspekt der Arbeit erfordert eine andere Aufmerksamkeit: eine, die den Ton als Ton hört, das Wort als Wort und das Bild als Bild sieht.” Ein Kommentar, der von drei verschiedenen Frauen (darunter Trinh selbst) gesprochen wird, vermittelt unterschiedliche Sichtweisen: die Perspektive der Afrikaner / innen, eine, die der Logik des Westens verschrieben ist, und eine, die auf persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen basiert.

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08.06.2012 um 21 h: SHOOT FOR THE CONTENTS (1991)

Eine Annäherung an die chinesische Kultur durch verschiedene, einander konstrastierende und überlagernde Positionen. Trinh reflektiert politische und kulturelle Fragen von Macht und Veränderung nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 am Tiananmen-Platz. Aussagen von Mao und Konfuzius, klassische chinesische Musik, die Stimmen von Frauen, Philosophen und Künstlern, Aufnahmen des ländlichen China und stilisierte Interviews evozieren Fragen nach der Repräsentation Chinas, der Vielfalt von Identitäten und dem Prozess des Filmemachens selbst.

10.06.2012 um 19.30 h: THE FOURTH DIMENSION (2001)

ist eine Erkundung Japans durch seine Kunst, Kultur und Rituale. Die Meditation über Zeremonien und das Reisen wirft eine Vielzahl von Fragen auf: nach der Erfahrung von Zeit, dem Einfluss von Video auf das Bilder-Machen und die spezifische Ästhetik von Video. Der erste digital gedrehte Film Trinhs eröffnet durch das Filmen durch mobile Rahmen wie Fenster und Türen neue Ansichten.

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